Anatomische Variante

Anatomische Variante
Plattfüße gelten in der klassischen Orthopädie seit langem als Defekt, der behandelt werden muss. Die traditionelle Ansicht war, dass Menschen mit Plattfüßen zwangsläufig unter Schmerzen leiden würden oder ernsthafte Folgeschäden entwickeln könnten, wenn sie nicht frühzeitig korrigiert würden. Doch eine wachsende Zahl von Sportmedizinern und Sportmedizinerinnen fordert jetzt ein Umdenken in dieser Frage.
Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Plattfüße möglicherweise weniger problematisch sind als lange angenommen. Viele Menschen mit Plattfüßen bleiben zeitlebens schmerzfrei und leistungsfähig. Die bloße anatomische Form eines Plattfußes ist nicht unbedingt ein Grund für eine Behandlung.
Die moderne Sportmedizin betrachtet den Plattfuß eher als eine anatomische Variante, die völlig normal und funktionsfähig sein kann. Das heißt nicht, dass Plattfüße nie problematisch sind, aber es bedeutet, dass eine automatische Behandlung nicht immer notwendig ist.
Wenn jemand mit Plattfüßen Schmerzen hat oder Funktionsprobleme entwickelt, dann ist natürlich eine Behandlung sinnvoll. Diese kann von speziellen Einlagen über Physiotherapie bis hin zu bestimmten Übungen reichen, um die Fußmuskulatur zu stärken. Aber nicht jeder Plattfuß braucht Behandlung.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Plattfüße behandelt werden sollten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin oder suchen Sie einen Sportmediziner oder eine Sportmedizinerin auf. Sie können gemeinsam entscheiden, ob und wie ein Plattfuß am besten zu behandeln ist – individuell für Ihre Situation.
Hinweis: Diese Informationen ersetzen nicht den Rat Ihres Arztes oder Ihrer Apothekerin.