Kontrollverlust und wenig Schlaf

Viele Menschen berichten aus eigener Erfahrung: Unter Stress nehmen sie zu. Es scheint, als würde der Körper bei psychischer Belastung automatisch daran arbeiten, die Kilos zu sammeln. Doch welche biologischen Mechanismen stecken hinter diesem Phänomen?
Der Schlüssel liegt im Stresshormon Cortisol. Wenn wir unter Stress stehen, schüttet der Körper Cortisol aus – ein Hormon, das eigentlich dazu da ist, uns in Krisensituationen handlungsfähig zu machen. Bei chronischem Stress bleibt der Cortisolspiegel jedoch dauerhaft erhöht. Dies führt zu einer Reihe von Effekten, die Gewichtszunahme fördern.
Erstens steigert erhöhtes Cortisol den Appetit, besonders auf zuckerhaltige und fetthaltige Lebensmittel. Der Körper sehnt sich nach schneller Energie. Zweitens fördert Cortisol die Fetteinlagerung, besonders am Bauch. Bauchfett ist nicht nur ästhetisch störend, sondern auch gesundheitlich problematisch, da es aktiv Entzündungsstoffe produziert.
Ein zweiter Mechanismus betrifft den Schlaf. Stress führt zu Schlafstörungen und weniger Schlaf ist eng mit Gewichtszunahme verknüpft. Wer schlecht schläft, hat höhere Hunger-Hormone und weniger Sättigung. Außerdem ist der Stoffwechsel unter Schlafmangel gestört – der Körper verbrennt weniger Kalorien.
Auch die Kontrollverlustgefühl spielt eine Rolle. Menschen unter Stress bewältigen ihre Gefühle oft durch Essensvergnügen. Das Essen wird zum Trostmechanismus, was zu unkontrolliertem Konsum führt. Dies ist ein psychologischer Mechanismus, der sehr real ist und vielen Menschen vertraut vorkommen wird.
Die gute Nachricht: Man kann aktiv gegensteuern. Stressabbau durch Bewegung, Meditation, ausreichend Schlaf und eine bewusste Ernährung können das Cortisol-Level senken. Auch regelmäßige Pausen und soziale Kontakte helfen. Wer das Stress-Gewicht-Phänomen verstanden hat, kann gezielt dagegen ankämpfen.
Hinweis: Diese Information ersetzt keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.