Sinn oder Unsinn?
Vitamin E wird vielen positiven Eigenschaften nachgesagt: Es soll Alterungsprozesse verlangsamen, vor Zellschäden schützen und sogar vor ernsthaften Erkrankungen wie Krebs und Herzinfarkt bewahren. Angesichts dieser vielversprechenden Aussagen greifen viele Menschen zu Vitamin-E-Präparaten. Doch was sagt die wissenschaftliche Forschung tatsächlich dazu?
Vitamin E ist tatsächlich ein wichtiger Nährstoff. Es fungiert als Antioxidans und schützt unsere Zellen vor schädlichen freien Radikalen. Ein ausreichender Vitamin-E-Spiegel ist für die Gesundheit wichtig - keine Frage. Dennoch muss man zwischen ausreichender Versorgung und zusätzlichen Nahrungsergänzungen unterscheiden.
Die meisten Menschen decken ihren Vitamin-E-Bedarf durch eine ausgewogene Ernährung. Gute Quellen sind Nüsse, Samen, hochwertige Öle und grünes Blattgemüse. Wer sich abwechslungsreich ernährt, kommt meist ohne zusätzliche Präparate aus. Besonders hochdosierte Vitamin-E-Supplements können sogar problematisch sein - in einzelnen Studien deutet sich an, dass sehr hohe Dosen möglicherweise unerwünschte Effekte haben könnten.
Die Hoffnung, dass Vitamin-E-Präparate vor Krebs oder Herzinfarkt schützen, lässt sich durch Studien bislang nicht eindeutig bestätigen. Das ist eine wichtige Erkenntnis: Eine gute Ernährung schützt die Gesundheit ganzheitlich, einzelne isolierte Vitamine in hohen Dosen sind kein Ersatz dafür.
Das bedeutet nicht, dass Vitamin E nutzlos ist. Vielmehr sollte die Empfehlung lauten: Essen Sie ausgewogen und vielfältig. Wenn Ihr Arzt einen Mangel festgestellt hat, können gezielte Ergänzungen sinnvoll sein. Ihre Apotheke hilft Ihnen gerne bei der richtigen Einschätzung.
Hinweis: Fragen zu Nahrungsergänzungsmitteln sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprechen, besonders wenn Sie andere Medikamente nehmen.